Selbsterfahrung - Persönlichkeitsentfaltung

Wir alle kennen das Gefühl, wenn alles "wie am Schnürchen" klappt. Man sieht sich selbst beim Tun zu und denkt sich: "So müsste es immer sein!" Doch kurze Zeit später kippt die Lage wieder; Hindernisse, Rückschläge, Komplikationen - der "Normalzustand" ist wieder eingekehrt...

>Hier und Jetzt<

Wie aber können wir jenen Zustand der Leichtigkeit, in dem alles im Fluss ist, zu unserem Normalzustand machen?
Dazu müssen wir uns eine - vielleicht die wichtigste - Frage stellen: WIE mache ich es mir schwer? Um das herauszufinden, müssen wir uns zunächst selbst wahrnehmen

... gerade jetzt im Moment.

• WIE bin ich - gerade jetzt?
nachdenklich, unsicher, neugierig, erwartungsvoll, ablehnend, übermütig?
• WAS fühle ich?
Freude, Trauer, Sehnsucht, Schmerz, Wut, Angst?
• WO halte ich mich?
im Nacken, im Brustkorb, im Bauch, im Rücken, im Becken?
• WOHIN geht mein Atem?

Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Dennoch ist das Konzentrieren der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Zeitpunkt die Basis für resonantes ("mitschwingendes") Verhalten. Häufig sagen wir das Eine, fühlen das Andere und tun das Dritte. Gelingt es uns aber, unsere Gedanken und Gefühle auf die momentane Situation auszurichten, erfahren wir eine Leichtigkeit des Seins, die uns in Einklang bringt und authentisch sein lässt.

>Vertrauen versus Angst<

Eine wichtige Voraussetzung um im Fluss zu sein, ist Vertrauen. Manchmal eine große Hürde, denn die Angst - Gegenspieler des Vertrauens - hat viele Gesichter; Angst zu versagen, Angst vor Ablehnung, Angst vor Verlust, Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Veränderung.

Angst entsteht durch die Vorstellung einer Gefahr eines zukünftigen Ereignisses, wie z.b. die Liebe des Partners zu verlieren, wenn man ihm sagt was einen stört; seine Eltern zu verletzen, wenn man ihnen zeigt, dass man bereits erwachsen ist; im Beruf zu versagen; loszulassen...

Wer aber vermag vorauszusagen, ob die zukünftige Situation auch wirklich eine Gefahr darstellt, oder ob wir nicht vielmehr Kraft, Stärke und Lebensqualität dadurch erfahren, indem wir nach außen bringen was in uns ist?

Gerade dadurch, dass wir mit unserer Vorstellungskraft ein Ereignis (nämlich das, wovor wir Angst haben) imaginieren, sorgen wir häufig dafür, dass unsere Angst bestätigt wird. Ein Kreislauf, der nur durch Vertrauen durchbrochen werden kann - ob Vertrauen in eine höhere Ordnung oder schlicht Vertrauen in uns selbst - entscheidend ist der Mut hinzuschauen und die Ängste überwinden zu wollen, dann ist der erste Schritt getan.

>Schritt für Schritt<

Selbsterfahrung ermöglicht uns bereits vorhandene Persönlichkeitsaspekte besser kennen zu lernen oder ganz neue zu entdecken. Unsere momentanen Lebensumstände aus einer anderen Perspektive zu betrachten, eröffnet neue Wege und Möglichkeiten unser Leben zu gestalten. Die Wahrnehmung von Gefühlen, Impulsen, Neigungen bzw. Abneigungen die dabei aufkeimen, sind wegweisend.

In unserer gemeinsamen Arbeit wollen wir uns zunächst also ganz auf den gegenwärtigen Augenblick konzentrieren und, ohne zu bewerten, vertrauensvoll den nächsten Schritt wagen. Dabei dürfen wir getrost unserer inneren Stimme folgen.